Good morning, teacher
Wenn einem eine Tätigkeit nicht nur beschäftigt sondern auch beglückt, ist dies wohl vielmehr Berufung als Beruf…
soviel zum poetischen Teil dieses Eintrages… Hallo Claudia und Andre
Es war einmal vor einiger Zeit (keine Angst, es folgt kein Märchen…), mitten in unserer Reiseplanung, als die Idee für eine Beschäftigung als „Lehrer“ in Mae Sot ein wenig klarer wurde. Wir stellten uns der Organisation Childsdream zur Verfügung und machten uns die wildesten Vorstellungen, wie so ein Freiwilligeneinsatz für uns aussehen könnte.
Lange haben wir versucht etwas für die ersten Schulstunden in einem fremden Land vorzubereiten und immer wieder fehlten uns die Kenntnisse des Levels unserer zukünftigen Schüler um etwas sinnvolles zu Stande zu bringen. Irgendwann haben wir dann resigniert und stellten uns auf eine überraschende Zeit ohne Vorbereitung ein…
soviel zur Vorgeschichte…
Nun liegen bereits einige Tage Lehrertätigkeit als Grundlagen-Englisch-Lehrer in einer Migranten-Schule in Mae Sot hinter mir. Die Kinder sind mit Ihren Familien aus Burma über die Grenze geflohen und leben nun „halb illegal“ in Mae Sot / Thailand. Die meisten Kinder an dieser Schule sind muslimischen Glaubens, doch die Glaubensfrage ist hier tatsächlich keine Frage sondern eine Tatsache, der Respekt gezollt wird.
Was macht denn nun ein Rolf als Lehrer:
Dienstags stellt er sich in ein bescheidenes Klassenzimmer vor eine Schülerschaft von ca. 40 Kindern, die zwischen 5 und 12 Jahre alt sind. Es ist ein besonderes Gefühl von achtzig schwarzen und erwartungsvoll blitzenden Augen bestaunt zu werden. So ein Publikum will natürlich vor allem unterhalten werden (wenn ich zurück in der Schweiz bin, könnte ich aufgrund meiner neuen Erfahrungen den alternden Beni Turnheer ersetzen…).
Das „Klassenzimmer“ ist übrigens gleichzeitig Wohnraum, Schlafzimmer, Esszimmer und Materialkammer von Putschu und Nisha (die Leiter der Schule, Eltern dreier Kinder und überaus gastfreundlich sind). Jeder freie Platz an den Zimmerwänden ist mit Zeichnungen der Schüler behangen und der Raum sorgt auch an heissen Tagen für angenehme Temperaturen.
Die restlichen Wochentage darf sich der Rolf dann mit 10 Schülern eines Alters zwischen 9 und 12 Jahren (und ein paar zusätzlichen„gwundrigen“ Müttern, die sich einfach in den Schulstunden dazusetzen und fleissig mittun) sehr intensiv mit allerlei „Englischem“ auseinandersetzen. Die Kinder lernen sehr schnell und sind wissbegierig…

soviel zum poetischen Teil dieses Eintrages… Hallo Claudia und Andre
Es war einmal vor einiger Zeit (keine Angst, es folgt kein Märchen…), mitten in unserer Reiseplanung, als die Idee für eine Beschäftigung als „Lehrer“ in Mae Sot ein wenig klarer wurde. Wir stellten uns der Organisation Childsdream zur Verfügung und machten uns die wildesten Vorstellungen, wie so ein Freiwilligeneinsatz für uns aussehen könnte.
Lange haben wir versucht etwas für die ersten Schulstunden in einem fremden Land vorzubereiten und immer wieder fehlten uns die Kenntnisse des Levels unserer zukünftigen Schüler um etwas sinnvolles zu Stande zu bringen. Irgendwann haben wir dann resigniert und stellten uns auf eine überraschende Zeit ohne Vorbereitung ein…
soviel zur Vorgeschichte…
Nun liegen bereits einige Tage Lehrertätigkeit als Grundlagen-Englisch-Lehrer in einer Migranten-Schule in Mae Sot hinter mir. Die Kinder sind mit Ihren Familien aus Burma über die Grenze geflohen und leben nun „halb illegal“ in Mae Sot / Thailand. Die meisten Kinder an dieser Schule sind muslimischen Glaubens, doch die Glaubensfrage ist hier tatsächlich keine Frage sondern eine Tatsache, der Respekt gezollt wird.
Was macht denn nun ein Rolf als Lehrer:
Dienstags stellt er sich in ein bescheidenes Klassenzimmer vor eine Schülerschaft von ca. 40 Kindern, die zwischen 5 und 12 Jahre alt sind. Es ist ein besonderes Gefühl von achtzig schwarzen und erwartungsvoll blitzenden Augen bestaunt zu werden. So ein Publikum will natürlich vor allem unterhalten werden (wenn ich zurück in der Schweiz bin, könnte ich aufgrund meiner neuen Erfahrungen den alternden Beni Turnheer ersetzen…).
Das „Klassenzimmer“ ist übrigens gleichzeitig Wohnraum, Schlafzimmer, Esszimmer und Materialkammer von Putschu und Nisha (die Leiter der Schule, Eltern dreier Kinder und überaus gastfreundlich sind). Jeder freie Platz an den Zimmerwänden ist mit Zeichnungen der Schüler behangen und der Raum sorgt auch an heissen Tagen für angenehme Temperaturen.
Die restlichen Wochentage darf sich der Rolf dann mit 10 Schülern eines Alters zwischen 9 und 12 Jahren (und ein paar zusätzlichen„gwundrigen“ Müttern, die sich einfach in den Schulstunden dazusetzen und fleissig mittun) sehr intensiv mit allerlei „Englischem“ auseinandersetzen. Die Kinder lernen sehr schnell und sind wissbegierig…

das ist sie nun "meine" Klasse,
tolle und aufgestellte Jungs und Mädels
Übrigens: Alex meint, diese oben erwähnten Mütter kämen zur Schule um den Lehrer aus dem Westen zu sehen… ich kann aufgrund meines „Berufsethos“ natürlich nicht zustimmen und weiss genau, sie kommen des Englisch-Lernens wegen… (mein Bruder, er ist auch Lehrer, wäre stolz auf mich…)
Die Schulstunden versuche ich abwechslungsreich zu gestalten und so verbringen wir täglich viele spannende Stunden mit Lesen, Schreiben, Spielen, Malen, Singen, Tanzen (fast alles bezogen auf die englische Sprache…).
Da ich in dieser Schule der erste „fremdländische“ Lehrer bin, erlaube ich mir meine besondere Note mit ins Spiel zu bringen…(die armen Kinder, ich weiss…).
Die Kinder scheinen den neuen „teacher“ zu mögen und die Reaktionen sind mehr als einfach schön… Ich werde morgens herzlichst mit einem „gud moning, tidscha“ (nein, nein das ist nicht die Art und Weise in der ich Englisch unterrichte, sondern eine phonetische Wiedergabe des täglich Gehörten…) oder aber auch mit „heloo, hau ajuu“ (auch diese Worte sind nicht für den neuen Langenscheidt Duden geeignet…) begrüsst. Die Kinder scheinen mich ebenso zu geniessen wie auch ich die Zeit mit Ihnen sehr geniesse und schenken mir viele freundliche Blicke…

und hier könnt ihr noch ein paar Kinder sehen, die mich jeweils am Dienstag geniessen können...
Während der Schulstunden passieren dann schon mal lustige Sachen, die für viel Gelächter sorgen und die trockene Materie „Englisch“ bleibt deswegen stets unterhaltend. Ein Lapsus meinerseits führt dann zu andauerndem Gelächter der Schüler und man lerne deshalb; „nicht nur die Thailänder sind sehr schadenfreudig, auch die Burmesen sind es…“
Wohl das Schönste eines jeden Tages ist das morgendliche gemeinsame Singen… Von so vielen strahlenden Kindern innigst besungen zu werden ist ein Erlebnis mit höchstem Glücklichkeits-Gefühls-Faktor (die Skala des Glücklichkeits-Gefühls-Faktors erscheint mir aufgrund des Erreichens der höchsten Stufe hier nicht erwähnenswert…). Die Lieder werden mit innbrünstig ausgeführten Gestiken in ihrer Wirkung verstärkt was dazu führt, dass die Energie der Lieder über Gehörsinn und Auge in einen eindringt und sich so ins „niemals zu vergessen“ -Gedächtnis einbrennt.

hier sind etwa 20 Schüler, Putschu und Nisha zu Besuch bei uns im Guesthouse. Alle Kinder haben sich für diesen Besuch rausgeputzt und sich sehr über die Besichtigung des Guesthouse gefreut.
Die Schulstunden versuche ich abwechslungsreich zu gestalten und so verbringen wir täglich viele spannende Stunden mit Lesen, Schreiben, Spielen, Malen, Singen, Tanzen (fast alles bezogen auf die englische Sprache…).
Da ich in dieser Schule der erste „fremdländische“ Lehrer bin, erlaube ich mir meine besondere Note mit ins Spiel zu bringen…(die armen Kinder, ich weiss…).
Die Kinder scheinen den neuen „teacher“ zu mögen und die Reaktionen sind mehr als einfach schön… Ich werde morgens herzlichst mit einem „gud moning, tidscha“ (nein, nein das ist nicht die Art und Weise in der ich Englisch unterrichte, sondern eine phonetische Wiedergabe des täglich Gehörten…) oder aber auch mit „heloo, hau ajuu“ (auch diese Worte sind nicht für den neuen Langenscheidt Duden geeignet…) begrüsst. Die Kinder scheinen mich ebenso zu geniessen wie auch ich die Zeit mit Ihnen sehr geniesse und schenken mir viele freundliche Blicke…

und hier könnt ihr noch ein paar Kinder sehen, die mich jeweils am Dienstag geniessen können...
Während der Schulstunden passieren dann schon mal lustige Sachen, die für viel Gelächter sorgen und die trockene Materie „Englisch“ bleibt deswegen stets unterhaltend. Ein Lapsus meinerseits führt dann zu andauerndem Gelächter der Schüler und man lerne deshalb; „nicht nur die Thailänder sind sehr schadenfreudig, auch die Burmesen sind es…“
Wohl das Schönste eines jeden Tages ist das morgendliche gemeinsame Singen… Von so vielen strahlenden Kindern innigst besungen zu werden ist ein Erlebnis mit höchstem Glücklichkeits-Gefühls-Faktor (die Skala des Glücklichkeits-Gefühls-Faktors erscheint mir aufgrund des Erreichens der höchsten Stufe hier nicht erwähnenswert…). Die Lieder werden mit innbrünstig ausgeführten Gestiken in ihrer Wirkung verstärkt was dazu führt, dass die Energie der Lieder über Gehörsinn und Auge in einen eindringt und sich so ins „niemals zu vergessen“ -Gedächtnis einbrennt.

hier sind etwa 20 Schüler, Putschu und Nisha zu Besuch bei uns im Guesthouse. Alle Kinder haben sich für diesen Besuch rausgeputzt und sich sehr über die Besichtigung des Guesthouse gefreut.
Viel Zeit benötige ich an den Abenden in Gesprächen mit Alex und auch in eigene Gedanken versunken um das Erlebte zu verarbeiten (zugegeben; „noch einmal geniessen“ wäre passender als „verarbeiten“…).
Und zum Schluss werde ich doch noch einmal ein bisschen nachdenklich…
Ich glaube es würde den Kindern in der Schweiz mit „etwas Weniger“ sehr viel besser gehen… Ich sehe hier trotz der nicht perfekten Gegebenheiten soviel Glück in den strahlenden Gesichtern der Kinder… Ich geniesse es, Ihr „tidscha“ zu sein…
Rolf
Und zum Schluss werde ich doch noch einmal ein bisschen nachdenklich…
Ich glaube es würde den Kindern in der Schweiz mit „etwas Weniger“ sehr viel besser gehen… Ich sehe hier trotz der nicht perfekten Gegebenheiten soviel Glück in den strahlenden Gesichtern der Kinder… Ich geniesse es, Ihr „tidscha“ zu sein…
Rolf

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