Donnerstag, Dezember 08, 2005

Schutzengel gibt es auch in der Sahara

Salam Maleikoum


Mittlerweile haben wir zwar das arabisch sprechende Mauretanien bereits verlassen und sind in Mali eingereist. Die Landschaft hat sich aber nur unmerklich veraendert - die Menschen und die Doerfer jedoch sehr. Die Waren werden allesamt auf dem Kopf getragen und die Haeuser bestehen aus Lehmziegeln. André und ich sind uns einig: Wir sind in Schwarzafrika angekommen!

Nachdem wir Marokko Richtung Sueden verlassen haben, warteten auf uns unspektakulaere 1000 km durch die Westsahara.

Unser internationaler Tross, der spontan in der Westsahara entstanden ist, besteht aus zwei deutschen Motorradfahrer\innen einem hollaendischen Paar mit belgischem Kennzeichen und uns. Zwischenzeitlich haben sich auch noch zwei junge Thurgauer aus Weinfelden angeschlossen.

Die westsaharische Grenze verlassen wir mit den gutgemeinten Worten des marokkanischen Zoellners: Bonne chance! Die naechsten vier Kilometer fuehren durch Minengebiet. Immer den Spuren folgen und diese auf keinen Fall verlassen, heisst die Grundregel fuer diesen Streckenabschnitt. Als wir im tiefen Sand steckenbleiben bleibt uns keine andere Wahl als den 4x4 resp. die Freilaufnaben an den Vorderraedern mit einer Akrobatikuebung aus dem Fahrzeug einzuschalten - und siehe da wir fahren wieder. Die Grenz-formalitaeten erledigen wir entgegen aller Befuerchtungen in kuerzester Zeit, und die Grenzbeamten heissen uns in Mauretanien herzlich willkommen!



Unsere Fahrt durch den Parc National du Banc d'Arguin ist nicht nur wegen der wunderschoenen Sandlandschaft erwaehnenswert. Nein, unser Schutzengel hat uns auch in der Sahara nicht im Stich gelassen.

Nach unserer Bilderbuchfahrt durch den Park auf sandigen Pisten rasten wir abends am Fusse einer schoenen Duene. Rasch haben wir das Nachtlager errichtet und bereiten wie immer ein koestlich schmeckendes internationales Abendessen vor. Eine kleine schwarze Rauchwolke windet ueber Steffens Motorrad und André bemerkt diese. Schnell ist uns klar, dass der Rauch nicht vom Zweirad kommt, sondern aus unserem Buessli. Sofort kommt Hektik auf, und meine erste Handlung ist den Feuerloescher hervorzunehmen. André geht dem Uebel auf den Grund, und wir sehen in unserem Auto die Kabel gluehen. Uups, da schmort und raucht auch der Teppich. Dank der guten Reaktion von André ist der Brand schnell unter Kontrolle. Dies haette boese ins Auge gehen koennen, hatten wir doch noch 20 lt Benzin fuer Steffen und Lilly direkt daneben deponiert. - Mittlerweile ist der Schock verdaut und André hat die defekten Kabel ersetzt!

Die schoenste und eindrucksvollste Strecke in Mauretanien ist die Strandpiste. Wir fahren ungefaehr 180 km dem Strand entlang, welcher jedoch nur bei Ebbe befahrbar ist. Wunderbare Bilder eroeffnen sich uns waehrend der Fahrt. Hunderte von Moewen sitzen am Strand und sobald wir angefahren kommen, erheben sie sich in die Luefte. Krabben laufen ueber den Strand in Richtung Meer und wenn man genauer hinsieht, sieht man die Fische im Wasser springen. Bilder fuer Goetter!

Nach eineinhalb abstinenten Monaten gehen wir nun auf ein Bier und lassen euch herzlich aus Bamako gruessen.

Prost!"Haebets guet"!
Claudia, André und Amadou