Donnerstag, Februar 02, 2006

Herziche Gruesse von Abdoul Aziz

Bonjour Alex



Im Land der Lobi, im Suedwesten von Burkina Faso, haben wir uns fuer laengere Zeit niedergelassen. Unsere neuen Freunde Katy und Frank luden uns nach Sylvester zu sich nach Hause ein. Sie wohnen in einem gemuetlichen Haus mit schoener Terrasse und grossem bunten Garten. Papayas haben wir fast taeglich geerntet und Zitronen in Huelle und Fuelle.

Es war schwierig nach dieser tollen Zeit in netter Gesellschaft in Gaoua uns wieder auf Achse zu begeben. Zuerst ging's nochmals ins moderne Ouagadougou. Dort lebten wir richtig luxurioes. Wir goennten uns die "teuren" Restaurants und leckere Dinge wie Erdbeeren, Kaese und sonstige Luxusgueter. Natuerlich durfte ein Souvenireinkaufsbummel mit viel Feilscherei nicht fehlen.

Im Januar war auch der langersehnte Patenkindbesuch in Niamey, der Hauptstadt des Niger angesagt. Schon in der Schweiz hatte ich mich auf den Besuch von Abdoul Aziz gefreut. Und eines vorneweg - er war ein voller Erfolg!

Einen Besuchstermin zu vereinbaren war nicht einfach, klappte schlussendlich doch einwandfrei. Typisch Afrika. Schon beim Vorbesprechungstermin im Hauptbuero von Worldvision wurden wir freundlich willkommen geheissen. Alles wurde uns gezeigt und viele Verantwortliche vorgestellt. Die amerikanische christliche Organisation wird nicht nur gelobt, umsomehr waren wir gespannt was uns da erwartet. Durch die DED-Mitarbeiter waren wir ebenfalls sensibilisiert und haben das Projekt kritisch begutachtet.

Freudig wurden wir von Vater und Mutter Kimba vor ihrem Hangar begruesst. Abdoul Aziz Kimba ist ein 5-jaehriger huebscher, aufgeweckter Junge, der wahrscheinlich nur uns gegenueber scheu und wortkarg war. Man hat ja auch nicht alle Tage Besuch aus der Schweiz!Schon bald kamen auch die Nachbarn um uns zu begruessen. Die Kinder hatten Freude an unseren mitgebrachten Luftballons und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unser Patenkind und seine Familie gehoeren der Ethnie der Djerma an und wohnen traditionell in aus Stroh gebauten Haeusern oder Hangars. Sie leben einfach und bescheiden, wirken auf uns jedoch zufrieden und gluecklich. Als wir uns verabschieden, wird uns nochmals herzlich gedankt fuer die Hilfe die wir hier leisten und auch, dass wir uns fuer ihr Leben interessieren.

Worldvision arbeitet in diesem Projekt auch mit einem Krankenzentrum, einer Schule, Kindergaerten und anderen Institutionen zusammen. Die eigentliche Fuehrung der Institute unterliegen nicht Worldvision, sondern diese stellt nur erstmal Mittel und Know-How zur Verfuegung. Schliesslich soll auch nach der Projektzeit alles weiter existieren. Wir besuchten zusaetzlich die Dorfschule und einen Kindergarten. Sogar der kritische André war abends hellauf begeistert und meinte: "Warum kein zweites Patenkind?"

Bestimmt verschlingen bei Worldvision Marketing und Administration grose Summen. Wir haben aber auch gesehen, dass mit den restlichen Geldern vor Ort etwas bewirkt wird.

Nach all diesen Eindruecken sehne ich mich nach dem Meer. Im Benin werden wir uns ein paar Tage Strandleben goennen, wenn nichts anderes dazwischenkommt...

Herzliche Gruesse

Claudia