Dienstag, März 28, 2006

Abstecher nach Norden

Sabai dii

hoffentlich haelt sich der Aerger mit eurem Fahrzeug kuenftig in Grenzen. Ich kann nur sagen, dass wir euch oft um euere Mobilitaet beneiden. Leider ist es zur Zeit, wegen des tiefen Wasserstandes, nicht ganz einfach per Boot zu reisen und so sind wir oft auf die oeffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Naja, Abenteuer bietet so ein Public Bus auf jedenfall genug...

in einem Public Bus finden ca. 26 Personen, vier Saecke Reis, drei Koerbe Tomaten... ach was, eigentlich bieten die mit Holzbaenken ausgestatteten Gefaehrte unbegrenzt Platz.



Nachdem wir per Boot, auf dem Mekong Luangprabang erreicht hatten, folgten wir dem Nam Ou nach Norden. Unser Ziel Muong Ngoi liegt an besagtem Fluss.

Das idyllische Oertchen mit den 50 Haeusern ist sicherlich kein Geheimtipp mehr. Da Muong Ngoi aber nur per Boot erreichbar und die Anreise doch etwas beschwerlicher ist, haelt sich der Andrang an Touristen in Grenzen. Autos oder Motorraeder findet man hier keine.




Was macht man in einem abgelegenen Dorf in Mitten einer wunderschoenen Kulisse? Man wandert duch Reisfelder oder mietet sich ein Paddelboot und Chai, ein vierzehn jaehriger Lao, gleich mit dazu. Waehrend er uns die Tour verkaufte, war er noch Feuer und Flamme, uns eine Fluss aufwaerts gelegene Hoehle zu zeigen, dass er schon nach 200 Metern vorschlug lieber ein Motorboot zu nehmen, ist wohl auf die Mittagshitze oder seine Geschaeftstuechtigkeit zurueck zu fuehren und kann keines Falls an unseren Paddelkuensten liegen! So schnell gaben wir uns dann doch nicht geschlagen, es wurde gepaddelt was das Zeug haelt. Naja, da Rolf sich mehr aufs Wasser schoepfen spezialsiert hatte und Chai Steuermann war, waren nicht mehr so viele Galeren-Skalven uebrig. Jedenfalls haben wir die Hoehle erreicht und der Muskelkater am naechsten Tag war mir garantiert.










Eigenlich wollten wir auf dem Nam Ou weiter nach Norden (Phongsali) reisen, leider liessen sich keine Mitreisenden finden, um ein Boot zu chartern. Also, gings zurueck nach Luang Prabang und im Touristenstrom gegen Sueden: Viang Vieng, Vientiane, Pakse.

Liebe Gruesse
alex.

Donnerstag, März 16, 2006

Exkurs in Cashewnuts und Baumwolle

Salut Alex

Weisst du eigentlich wie unsere heissgeliebten Cashewnuesse wachsen? Ich wusste es bis vor ein paar Wochen nicht. In Burkina Faso, im Benin und auch hier in Kamerun werden auf den Maerkten die gelb-roten Fruechte verkauft. Die Erntezeit ist mittlerweile fast vorbei und die geroesteten Nuesse koennen an den Strassenstaenden erworben werden. Auch hier sind die lecker schmeckenden Nuesse relativ teuer. Der Arbeitsaufwand fuer das Schaelen und Roesten der Nuesse ist gross und darum auch der hohe Preis. Die Fruechte jedoch sind guenstig und werden hier oft verzehrt. Wir haben diese direkt vom Baum genossen und sie schmecken bitter-suesslich. Die Schale ist zaeh und deswegen werden die Fruechte nur ausgesaugt. Der Saft ist ziemlich klebrig und gemaess den Einheimischen bekommt man die Flecken nicht mehr aus den Kleidern heraus. Nebenbei, unsere Hausfrauen koennten von den hiesigen Waeschefrauen betreffend Fleckenmitteln noch einiges lernen! Die Nuss selbst waechst vorne auf der Frucht und sieht eher wie ein Geschwuer aus, als eine Koestlichkeit. Die Cashewbaeume saeumen vielerorts die Strassen und uns wundert es, dass der Export der Nuesse nicht erwaehnenswert ist.


Wie die Cashewnuesse begleitet uns ebenfalls die Baumwolle bereits durch die Laender Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria und Kamerun. Die Straeucher sind unauffaellig und die von uns gesehenen Anbauflaechen waren eher klein. Dies erstaunt nicht, denn der Baumwollanbau laugt den Boden voellig aus, weshalb jedes Jahr das Feld gewechselt werden sollte. Die grossen weissen Baumwollberge in den Doerfern sind jedoch augenscheinlich. Uns fallen diese immer wieder, auch in noch so kleinen Doerfern, auf. In Diskussionen ueber den Baumwollanbau in Afrika, mit in Westafrika lebenden Europaern, haben wir Stunden verbracht. Ein paar Eckdaten die mir zu denken geben moechte ich dir nicht vorenthalten. In Mali und Burkina ist die Baumwolle das Hauptausfuhrprodukt und wird bislang nur zum kleinsten Teil im Lande selbst weiterverarbeitet. Die hier hergestellten handgewebten Stoffe, bestehend aus zusammengenaehten Bahnen, heissen Faso dan Fasi. Einen solchen habe ich auch erworben und trage ihn wie die einheimischen Frauen als Wickeljupe. Nebenbei bleibt zu erwaehnen, dass die Subventionen fuer die Baumwollproduzenten in den USA dreimal so hoch liegen wie die Entwicklungsgelder Washingtons fuer Afrika. 2004 bezog Mali US-Finanzhilfen in Hoehe von US$ 38 Mio., im selben Jahr beliefen sich die Exporteinbussen auf US$ 43 Mio. Die weltweite Ueberproduktion infolge der US-Baumwollsubventionen im eigenen Land, die den Weltmarktpreis drueckt, zwingt die westafrikanischen Baumwollbauern, ihre Anbauflaechen zu reduzieren. Wie werden diese Bauern ihr verlorenes Einkommen kompensieren?






Endlich hat die von mir langersehnte Mangosaison angefangen. Am Strassenrand koennen momentan ueberall Mangos zu Spottpreisen erworben werden. Hier in Kamerun ist mein Mangoparadies und ich warte nur darauf, meine erste Mangovergiftung einzufangen!?





Alex, meine Reiseerlebnisse habe ich dir in letzter Zeit nur spaerlich zukommen lassen. Dies hat folgende Gruende: Erstens war Nigeria nicht gerade die Internetcaféhochburg und zweitens haben uns, oder mehr André, diverse Reperaturen an unserem Buessli auf Trab gehalten.

Viele interessante und erlebnisreiche Stunden auf eurer Asienreise wuenscht dir

Claudia

Zeitlupe

Wir schlendern durch den belebten Markt. Die Seitengassen fuehren zu dem, in Kerzenlicht getauchten Tempel. Die Fischerboote sind nur noch Schatten im glitzernden Mekong. Der Vollmond giest ueber alles sein magisches Licht. Schwerer Blumenduft betaeubt die Sinne. Die feuchte Luft ist durchzogen von einer kuehlen Brise die erfrischend auf der Haut prickelt. Es scheint als ob der Puls etwas langsamer schlagen wuerde...

Luang Prabang; das kleine Staedtchen, mit den suedfranzoesisch anmutenden Haeusern, hat trotz der vielen Touristen, einen ganz besonderen Charm und in der Nacht eine geradezu magische Stimmung.

Vor fast zwei Wochen haben wir Mae Sot verlassen. Die letzten Tage waren gepraegt von Abschiedsszenen. Liebe Claudia, wie du weisst, bin ich in solchen Dingen nicht gerade souveraen und so kam bei mir der Moment, wo ich einfach nur noch weg wollte. Rolf hat seine Kids bis in die letzte Minute genossen. Sogar auf dem weg zur Busstation, begegneten wir nocheinmal ein paar von seinen Schuelern und ich war mir gar nicht so sicher, ob er mit mir in den Bus steigen wuerde.









Im Minibus, der uns ueber staubige, holprige Strassen nach Sukhothai brachte, hatten wir dann vier Stunden Zeit uns (an-) zuschweigen und jeder fuer sich noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen.

Old Suhothai (Hauptstadt von Thailand 1238 bis 14. Jh.) war wunderschoen und die Radtour durch die Ruinenstaedte war genau das Richtige um uns in Reisestimmung zu bringen.









Chiangmai erreichten wir per Bus (Holzklasse; die mit gaaaanz viel Platz). Tja, eigentlich wollten wir in Chiang Mai Tai besuchen, die fuer Child's Dream arbeitet. Tai hat uns kurzerhand im Gaestezimmer des Office einquartiert und so haben wir ihr natuerlich unsere Hilfe angeboten. Resultat: wir sind fast eine Woche haengen geblieben... Chiang Mai hat nichts mehr mit der Stadt zu tun, die ich von unserer gemeinsamen Reise vor acht Jahren, in meiner Erinnerung hatte. Zudem war der erste Kontakt mit einer gewissen Species von Touristen ein ziemlicher Kulturschock. Natuerlich gibt es auch viele spannende Quartiere, die wir unsicher gemacht haben.

Da uns Tai angeboten hatte, sie auf einem Trip nach Mae Sai zu begleiten und wir ohnehin Richtung Norden reisen wollten, wurde uns wiedermal eine bequeme Reise per Auto beschert. Am darauf folgenden Tag trennten sich dann unsere Wege aber da wir in Chiang Mai "Balast abgeworfen" haben, werden wir diese symphathische Frau sicherlich nochmals treffen.

Wir, wiedermal per Bus, reisten ueber Chiang Rai nach Chiang Khong, einem Dorf an der Genze zu Laos.

Der einfache aber super romantische Bungalow lag direkt am Ufer des Mekong. Klar, dass wir unsere Veranda ausgiebig genossen haben. Den ganzen Tag schon wurden fremde Klaenge aus dem Tempel am gegenueber liegenden Ufer zu uns herueber getragen. Gerade so, als wollte man uns mit Nang Nat und Kong Vong (laotische Ausgabe von Xylophon und Trommel) nach Laos locken. Okay, nach zwei Tagen und Naechten trommelei, wars nicht mehr ganz so romantisch und wir befanden, dass es Zeit wurde...

Die Fahrt auf dem Maekong waere schon alleine ein Post wert aber bevor mir die Augen zufallen, schliesse ich fuer heute ab.



Gruesse aus dem vertraeumten Laos
alex.