Exkurs in Cashewnuts und Baumwolle
Salut Alex
Weisst du eigentlich wie unsere heissgeliebten Cashewnuesse wachsen? Ich wusste es bis vor ein paar Wochen nicht. In Burkina Faso, im Benin und auch hier in Kamerun werden auf den Maerkten die gelb-roten Fruechte verkauft. Die Erntezeit ist mittlerweile fast vorbei und die geroesteten Nuesse koennen an den Strassenstaenden erworben werden. Auch hier sind die lecker schmeckenden Nuesse relativ teuer. Der Arbeitsaufwand fuer das Schaelen und Roesten der Nuesse ist gross und darum auch der
hohe Preis. Die Fruechte jedoch sind guenstig und werden hier oft verzehrt. Wir haben diese direkt vom Baum genossen und sie schmecken bitter-suesslich. Die Schale ist zaeh und deswegen werden die Fruechte nur ausgesaugt. Der Saft ist ziemlich klebrig und gemaess den Einheimischen bekommt man die Flecken nicht mehr aus den Kleidern heraus. Nebenbei, unsere Hausfrauen koennten von den hiesigen Waeschefrauen betreffend Fleckenmitteln noch einiges lernen! Die Nuss selbst waechst vorne auf der Frucht und sieht eher wie ein Geschwuer aus, als eine Koestlichkeit. Die Cashewbaeume saeumen vielerorts die Strassen und uns wundert es, dass der Export der Nuesse nicht erwaehnenswert ist.
Wie die Cashewnuesse begleitet uns ebenfalls die Baumwolle bereits durch die Laender Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria und Kamerun. Die Straeucher sind unauffaellig und die von uns gesehenen Anbauflaechen waren eher klein. Dies erstaunt nicht, denn der Baumwollanbau laugt den Boden voellig aus, weshalb jedes Jahr das Feld gewechselt werden sollte. Die grossen weissen Baumwollberge in den Doerfern sind jedoch augenscheinlich. Uns fallen diese immer wieder, auch in noch so kleinen Doerfern, auf. In Diskussionen ueber den Baumwollanbau in Afrika, mit in Westafrika lebenden Europaern, haben wir Stunden verbracht. Ein paar Eckdaten die mir zu denken geben moechte ich dir nicht vorenthalten. In Mali und Burkina ist die Baumwolle das Hauptausfuhrprodukt und wird bislang nur zum kleinsten Teil im Lande selbst weiterverarbeitet. Die hier hergestellten handgewebten Stoffe, bestehend aus zusammengenaehten Bahnen, heissen Faso dan Fasi. Einen solchen habe ich auch erworben und trage ihn wie die einheimischen Frauen als Wickeljupe. Nebenbei bleibt zu erwaehnen,
dass die Subventionen fuer die Baumwollproduzenten in den USA dreimal so hoch liegen wie die Entwicklungsgelder Washingtons fuer Afrika. 2004 bezog Mali US-Finanzhilfen in Hoehe von US$ 38 Mio., im selben Jahr beliefen sich die Exporteinbussen auf US$ 43 Mio. Die weltweite Ueberproduktion infolge der US-Baumwollsubventionen im eigenen Land, die den Weltmarktpreis drueckt, zwingt die westafrikanischen Baumwollbauern, ihre Anbauflaechen zu reduzieren. Wie werden diese Bauern ihr verlorenes Einkommen kompensieren?

Endlich hat die von mir langersehnte Mangosaison angefangen. Am Strassenrand koennen momentan ueberall Mangos zu Spottpreisen erworben werden. Hier in Kamerun ist mein Mangoparadies und ich warte nur darauf, meine erste Mangovergiftung einzufangen!?
Alex, meine Reiseerlebnisse habe ich dir in letzter Zeit nur spaerlich zukommen lassen. Dies hat folgende Gruende: Erstens war Nigeria nicht gerade die Internetcaféhochburg und zweitens haben uns, oder mehr André, diverse Reperaturen an unserem Buessli auf Trab gehalten.
Viele interessante und erlebnisreiche Stunden auf eurer Asienreise wuenscht dir
Claudia
Weisst du eigentlich wie unsere heissgeliebten Cashewnuesse wachsen? Ich wusste es bis vor ein paar Wochen nicht. In Burkina Faso, im Benin und auch hier in Kamerun werden auf den Maerkten die gelb-roten Fruechte verkauft. Die Erntezeit ist mittlerweile fast vorbei und die geroesteten Nuesse koennen an den Strassenstaenden erworben werden. Auch hier sind die lecker schmeckenden Nuesse relativ teuer. Der Arbeitsaufwand fuer das Schaelen und Roesten der Nuesse ist gross und darum auch der
hohe Preis. Die Fruechte jedoch sind guenstig und werden hier oft verzehrt. Wir haben diese direkt vom Baum genossen und sie schmecken bitter-suesslich. Die Schale ist zaeh und deswegen werden die Fruechte nur ausgesaugt. Der Saft ist ziemlich klebrig und gemaess den Einheimischen bekommt man die Flecken nicht mehr aus den Kleidern heraus. Nebenbei, unsere Hausfrauen koennten von den hiesigen Waeschefrauen betreffend Fleckenmitteln noch einiges lernen! Die Nuss selbst waechst vorne auf der Frucht und sieht eher wie ein Geschwuer aus, als eine Koestlichkeit. Die Cashewbaeume saeumen vielerorts die Strassen und uns wundert es, dass der Export der Nuesse nicht erwaehnenswert ist.
Wie die Cashewnuesse begleitet uns ebenfalls die Baumwolle bereits durch die Laender Mali, Burkina Faso, Benin, Nigeria und Kamerun. Die Straeucher sind unauffaellig und die von uns gesehenen Anbauflaechen waren eher klein. Dies erstaunt nicht, denn der Baumwollanbau laugt den Boden voellig aus, weshalb jedes Jahr das Feld gewechselt werden sollte. Die grossen weissen Baumwollberge in den Doerfern sind jedoch augenscheinlich. Uns fallen diese immer wieder, auch in noch so kleinen Doerfern, auf. In Diskussionen ueber den Baumwollanbau in Afrika, mit in Westafrika lebenden Europaern, haben wir Stunden verbracht. Ein paar Eckdaten die mir zu denken geben moechte ich dir nicht vorenthalten. In Mali und Burkina ist die Baumwolle das Hauptausfuhrprodukt und wird bislang nur zum kleinsten Teil im Lande selbst weiterverarbeitet. Die hier hergestellten handgewebten Stoffe, bestehend aus zusammengenaehten Bahnen, heissen Faso dan Fasi. Einen solchen habe ich auch erworben und trage ihn wie die einheimischen Frauen als Wickeljupe. Nebenbei bleibt zu erwaehnen,
dass die Subventionen fuer die Baumwollproduzenten in den USA dreimal so hoch liegen wie die Entwicklungsgelder Washingtons fuer Afrika. 2004 bezog Mali US-Finanzhilfen in Hoehe von US$ 38 Mio., im selben Jahr beliefen sich die Exporteinbussen auf US$ 43 Mio. Die weltweite Ueberproduktion infolge der US-Baumwollsubventionen im eigenen Land, die den Weltmarktpreis drueckt, zwingt die westafrikanischen Baumwollbauern, ihre Anbauflaechen zu reduzieren. Wie werden diese Bauern ihr verlorenes Einkommen kompensieren?
Endlich hat die von mir langersehnte Mangosaison angefangen. Am Strassenrand koennen momentan ueberall Mangos zu Spottpreisen erworben werden. Hier in Kamerun ist mein Mangoparadies und ich warte nur darauf, meine erste Mangovergiftung einzufangen!?
Alex, meine Reiseerlebnisse habe ich dir in letzter Zeit nur spaerlich zukommen lassen. Dies hat folgende Gruende: Erstens war Nigeria nicht gerade die Internetcaféhochburg und zweitens haben uns, oder mehr André, diverse Reperaturen an unserem Buessli auf Trab gehalten.
Viele interessante und erlebnisreiche Stunden auf eurer Asienreise wuenscht dir
Claudia

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