Zeitlupe
Wir schlendern durch den belebten Markt. Die Seitengassen fuehren zu dem, in Kerzenlicht getauchten Tempel. Die Fischerboote sind nur noch Schatten im glitzernden Mekong. Der Vollmond giest ueber alles sein magisches Licht. Schwerer Blumenduft betaeubt die Sinne. Die feuchte Luft ist durchzogen von einer kuehlen Brise die erfrischend auf der Haut prickelt. Es scheint als ob der Puls etwas langsamer schlagen wuerde...Luang Prabang; das kleine Staedtchen, mit den suedfranzoesisch anmutenden Haeusern, hat trotz der vielen Touristen, einen ganz besonderen Charm und in der Nacht eine geradezu magische Stimmung.
Vor fast zwei Wochen haben wir Mae Sot verlassen. Die letzten Tage waren gepraegt von Abschiedsszenen. Liebe Claudia, wie du weisst, bin ich in solchen Dingen nicht gerade souveraen und so kam bei mir der Moment, wo ich einfach nur noch weg wollte. Rolf hat seine Kids bis in die letzte Minute genossen. Sogar auf dem weg zur Busstation, begegneten wir nocheinmal ein paar von seinen Schuelern und ich war mir gar nicht so sicher, ob er mit mir in den Bus steigen wuerde.

Im Minibus, der uns ueber staubige, holprige Strassen nach Sukhothai brachte, hatten wir dann vier Stunden Zeit uns (an-) zuschweigen und jeder fuer sich noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen.
Old Suhothai (Hauptstadt von Thailand 1238 bis 14. Jh.) war wunderschoen und die Radtour durch die Ruinenstaedte war genau das Richtige um uns in Reisestimmung zu bringen.

Chiangmai erreichten wir per Bus (Holzklasse; die mit gaaaanz viel Platz). Tja, eigentlich wollten wir in Chiang Mai Tai besuchen, die fuer Child's Dream arbeitet. Tai hat uns kurzerhand im Gaestezimmer des Office einquartiert und so haben wir ihr natuerlich unsere Hilfe angeboten. Resultat: wir sind fast eine Woche haengen geblieben... Chiang Mai hat nichts mehr mit der Stadt zu tun, die ich von unserer gemeinsamen Reise vor acht Jahren, in meiner Erinnerung hatte. Zudem war der erste Kontakt mit einer gewissen Species von Touristen ein ziemlicher Kulturschock. Natuerlich gibt es auch viele spannende Quartiere, die wir unsicher gemacht haben.
Da uns Tai angeboten hatte, sie auf einem Trip nach Mae Sai zu begleiten und wir ohnehin Richtung Norden reisen wollten, wurde uns wiedermal eine bequeme Reise per Auto beschert. Am darauf folgenden Tag trennten sich dann unsere Wege aber da wir in Chiang Mai "Balast abgeworfen" haben, werden wir diese symphathische Frau sicherlich nochmals treffen.
Wir, wiedermal per Bus, reisten ueber Chiang Rai nach Chiang Khong, einem Dorf an der Genze zu Laos.
Der einfache aber super romantische Bungalow lag direkt am Ufer des Mekong. Klar, dass wir unsere Veranda ausgiebig genossen haben. Den ganzen Tag schon wurden fremde Klaenge aus dem Tempel am gegenueber liegenden Ufer zu uns herueber getragen. Gerade so, als wollte man uns mit Nang Nat und Kong Vong (laotische Ausgabe von Xylophon und Trommel) nach Laos locken. Okay, nach zwei Tagen und Naechten trommelei, wars nicht mehr ganz so romantisch und wir befanden, dass es Zeit wurde...Die Fahrt auf dem Maekong waere schon alleine ein Post wert aber bevor mir die Augen zufallen, schliesse ich fuer heute ab.

Gruesse aus dem vertraeumten Laos
alex.

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