Mittwoch, April 12, 2006

Dreckiges Abenteuer

Hallo... heute erzaehle ich euch ein bisschen ueber unseren aussergewoehnlichen Stil zu reisen...

Normalerweise bringen wir die Strecken zwischen unseren Reisezielen in Suedostasien als Mitfahrer per Bus oder Boot hinter uns. Oft waren diese Reisen stickig, staubig und stinkig aber niemals richtig dreckig... Daher entschlossen wir uns fuer ein dreckiges Motorrad-Abenteuer in den Norden Kambodschas...


Wie macht man den sowas ueberhaupt? Man findet Freunde in Laos, die in Kambodscha Motorradtouren veranstalten (ganz einfach, oder??).




Nachdem wir dann in Kambodscha Tempel "hoch drei" (damit meine ich bis zum Abwinken...) besichtigt haben war es eh Zeit fuer ein bisschen SPASS!!! Also schwangen wir unsere Allerwertesten auf die zu Beginn noch sauberen Enduro-Bikes und machten uns auf die Suche der kambodschanischen Geschichte in den unentdeckten Norden des Landes. Diese Geschichte beschreibt vor allem das demokratische Kambodscha der Achtzigerjahre, deren psychopatische Fuehrer und den verschollenen Geldern, die wir (soviel verrate ich schon mal) leider AUCH NICHT gefunden haben...

Nord-Kambodscha hat auch an Naturschoenheit einiges zu bieten aber davon habe ich nichts gesehen, denn wer will den bei soviel Spass beim Motorrad-Rumraeubern schon einen Blick von der Strasse wenden und die Landschaft geniessen. Der Genuss ueber die Steine, Bruecken und Felsen zu raeubern war viiiel zu gross um Seitenblicke zu gewaehren. Ok es gab dann ja auch eine Zeit nach und zwischen den Fahrten und dann war dann da wirklich ein wunderbarer Blick ueber das Land zu erhaschen ab dem hoechsten Berg der Umgebung. Das Wetter machte das Schauspiel perfekt und verwoehnte uns mit Gewitterszenarien, die sich (und unsere Motorraeder) gewaschen hatten...

Wunderbares Essen (Yellow-Cake, Fisch und Ginger-Chicken)
und Uebernachtung gab es auf eben diesem Berg







und am anderen Morgen durften wir die Nebeldecke ueber dem Land von oben beobachten und geniessen...









Ausruhen, Entspannen und Rumhaengen ist wichtig ...









... bevor es dann wieder weiter ging auf die naechste Off-Road-Etappe...So ein Dirt Bike faehrt ja nicht ganz von selbst und so braucht es dazu erstens: erfahrene Fahrer... (fuer die einen blieb es bei Trockenuebungen...),
ein bisschen Hochprozentiges im Tank...


... und das wichtigste Utensil, das ORIGINAL kambodschanische und staubundurchlaessige, echt seidige (am besten von Beginn an schon staubbraun-rote) Halstuch, das einem vor dem Ersticken beim Fahren umgeben vom roten Staub rettete... Eigentlich wollten wir dieses fuer unsere Muetter mit nach Hause nehmen aber die Situation liess uns keine Wahl, sorry ihr Muetter!!

Auf dem Markt von An Long Veng gabs dann (fuer die Einheimischen) Spannendes und gleichzeitig Erschreckendes zu sehen (staubige, dreckrote Fremde). Der Schrecken nahm ab sobald die weiss gebliebenen Zaehne unsererseits bei einem laecheln sichtbar wurden und sofort wurde das laecheln mit einem riesen Smile beantwortet (alles ok, es sind freundliche, staubige, dreckrote Fremde...). Bei einem spaeteren Besuch in einem kleinen Dorf waren es dann vor allem die Kinder die sich die Abwechslung mit den Fremden nicht entgehen lassen wollten schnell die Furcht vor den Dreckmonstern verloren und diese nach erstem kritischen Beaeugen stuermten.

Der ganze Trip hat soviel Spass gemacht, dass ich mir ueberlege, ob ich mein bequemes Motorradsofa zuhause gegen ein gelaendetaugliches Brumm-Brumm eintauschen soll um ein bisschen "rum-zu-rotzen"... Aber sicher entsinne ich mich dann doch eines Besseren und werde die Alpenstrassen wieder in gewohnter Manier mit den Slick-aehnlichen Gummis unter mir vorbeiziehen lassen (wie es sich eigentlich auch gehoert...).Trotzdem, s'war sooooo schoen! En liebe Gruess vom Rolf