Sonntag, Mai 07, 2006

Fremde im Issaan

Salut zaeme,

von Pannen, die ja auch bei oeffentlichen Verkehrsmitteln vorkommen sollen, wurden blieben wir bisher verschont und ihr hoffentlich, kuenftig auch. Vor uns liegen noch 400 km Busfahrt zurueck nach Bangkok. Mit anderen Worten, die letzte Etappe unserer Reise rueckt naeher.

Was wir die letzten Wochen getrieben haben, will ich euch natuerlich nicht vorenthalten...

Nach der Planscherei stand etwas Bewegung auf dem Programm. Im Khao Yai Nationalpark durchstreiften wir den tropischen Regenwald. Im dicht bewaldeten, bergigen Terrain konnten wir diverse Tiere wie Nashornvogel und Gibbons beobachten. Von den elf Tigern, die es hier noch geben soll, haben wir natuerlich keinen zu Gesicht bekommen. Dafuer wurde ich von anderen blutruenstigen Bestien angefallen... Rolf blieb, obwohl nur mit kurzen Hosen bekleidet, unbehelligt und beobachtete interessiert, wie ich mir die Blutegel von den Fesseln zupfte. Irgendwie scheint der Saft der in meinen Adern fliesst in der Tierwelt besonders beliebt zu sein, so eine Art Château Mouton Rothschild... pflanzliche Praeperate, Chemie oder Kleidung nichts haelt Muecken oder anderes Getiere von mir fern. Naja, die Tour war trotzdem spannend und ein bisschen schroepfen soll ja gesund sein.

Unsere Reise ging weiter nach Chaiyphum, dort traffen wir noch einmal das Child's Dream Team. Tai's Elternhaus liegt etwas ausserhalb des Staedtchens. Dorthin waren wir eingeladen. Schon als uns Tai zusammen mit ihren "Cousins" abholte, wurde uns verkuendet, dass das ganze Dorf gespannt auf die Fremden warte und ueberhaupt wuerde am Abend noch der renovierte Tempel eingeweiht und da duerften wir ohnehin nicht fehlen. Also wurden wir sozusagen herumgezeigt, neugierig beaeugt und betatscht. Bei den sonst so zurueckhaltenden Thais, hat Alkoholkonsum offensichtlich eine einschneidende Veraenderung der Persoenlichkeit zur Folge und an der Tempel-Weihe ging es doch auch ziemlich ausgelassen zu und her. Der Mittelpunkt der Feier bildete (neben uns) eine bunte Tanz-Show, die bis Morgens um sechs dauerte. Wir ergriffen allerdings etwas frueher die Flucht.

Vor unserer Abreise, wurden wir auf besondere Art und Weise verabschiedet. Tai's Grossmuetter hielten mit jedem von uns eine Zeremonie ab. Da diese bei mir etwa dreimal so lange dauerte wie bei den vier Andern, nehme ich an, dass mir nun ein super langes, glueckliches Leben bevorsteht und ich mindestend zehn Kinder bekommen werde... oder so.

Euch wuensche ich ebenfalls viel Glueck...
alex.