Freitag, Mai 12, 2006

Wo der Regenbogen endet...

...den Horizont beruehrt und den Fischen und Korallen ihre Farbenpracht verleiht, dort liegt Palau.




Eine ziemlich treffende Beschreibung fuer unsere Zeit hier. Der Regenbogen gehoerte oft zum Landschaftsbild und dies natuerlich nicht ohne Grund.

Alii Caludia und Andre

Vor unserer Reise in die Suedsee hatte Rolf noch einen Blick auf's Online-Wetter geworfen... 5-Tage-Vorhersage: Regen, Regen, Regen, Regen und nochmals Regen. Als unser Flugzeug in Koror landete, war dann auch alles grau, wolkenverhangen und es regnete. An der Tauchbasis bestaetigte man uns, dass die voherige Gruppe, ein ganz verregnete Tour hinter sich hatte und ueberhaupt habe sich die Sonne seit Laengerem nicht mehr gezeigt. Wir entschlossen uns vor dem Boots-Tripp die Ausruestung zu checken und wurden, auf dem Rueckweg, auch prompt so richtig unangenehm verregnet. Wir versuchten uns natuerlich mit Spruechen wie "unter Wasser kann uns das Wetter ja egal sein" aufzumuntern, aber ehrlich gesagt, so hatten wir unsern Suedsee-Traum nicht getraeumt! Aber, nicht verzagen: bis zu unserer Boots-Tour dauerte es noch zwei Tage, da konnte sich noch vieles aendern.

So machten wir uns auf Palau zu endecken... Palau besteht aus 250 bis 350 Inseln (was auch immer diese etwas ungenaue Angabe bedeuten soll...). Im späten 19. Jahrhundert kolonialisierten die Spanier die Inseln und verkauften sie nach ihrer Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg an das Deutsche Reich. Japan besetzte die Inseln zu Beginn des ersten Weltkrieges. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Inseln als ein Distrikt des UNO-Treuhandgebiets Pazifik-Inseln unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten. Im Jahr 1978 stimmten die Bürger von Palau gegen die Beteiligung an den 1979 gebildeten Föderierten Staaten von Mikronesien und für die Unabhängigkeit. Nach einer langen Übergangsperiode und dem gewaltsamen Tod zweier Präsidenten wurde Palau schließlich am 1. Oktober 1994 offiziell unabhängig.

Die Menschen bilden in ihrer aeusseren Erscheinung das krasse Gegenteil zu den Sued-Ost-Asiaten. Waehrend ich in Thailand fuer Fotos in die Hinterste Reihe geschickt wurde, da zu den Groesseren gehoerend (war ein total neues Gefuehl fuer mich), so zaehlen Rolf und ich hier in Palau wohl eher zu den zierlicheren Personen. Die kraeftig gebauten Insulaner sind jedoch ein ausgesprochen freundliches Volk.

Morten, unser Taxi-Fahrer (im Nebenberuf Rausschmeisser) empfahl uns unbedings einmal einen der Clubs zu besuchen und das lokale Nachtleben zu geniessen. Manchmal werde den Touristen von solchen Unterfangen abgeraten aber wenn wir nicht aufdringlich auftreten wuerden, waeren uns die Leute sicherlich ohlgesonnen. Da wir sicherlich alles andere als aufdringlich sind, mussten wir Mortens Vorschlag natuerlich in die Tat umsetzen. Rolf schleppte mich dann in so ne verruchte Karaoke-Bar - augerechnet!

Wir waren wie erwartet die einzigen Fremden. So setzten wir uns an die Bar und lauschten den lieblichen Klaengen der Hobby-Saenger - mpf! Nach einer Weile erschien ein 150 kg Typ mit Handtuch um den Kopf an der Bar und meinte, es waere nun Zeit um das Gesuelze abzubrechen und ein bisschen richtige Musik zu machen. Hip Hop wurde aufgelegt und nach kurzer Zeit war die kleine Tanzflaeche gefuellt. Der Handtuch-Typ tipt mir auf die Schulter "Hey Bayb' would you like to dance?". Natuerlich wurde auch Rolf hoeflich um Erlaubnis gefragt "Ey brother, is it okay? easy, we just do aerobics" und schon wurde ich auf die Tanzflaeche bugsiert. "Yea bayb' make crazy moves". Na das auf jeden Fall! Also, obwohl Rolf meine "crazy moves" gefallen haben, kam ich mir wiedermal reichlich alt vor.

Die Konversation mit dem Handtuch-Typen war irgendwie auch ein Wenig schwierig: "Ey bayb', gonna work out?" -Aeh- noe, bin in den Ferien hier. Tja, Spass hats trotzdem gemacht und nach einer Weile kamen wir dann auch mit einigen anderen Gaesten ins Gespraech, die meinten, es waere toll, dass wir Touris in eine Bar kaemen wo sonst nur Einheimische verkehren wuerden. Zum Schluss wurden wir dann ganz herzich verabschiedet und der Handtuch-Typ vollfuehrte mit mir noch einen coolen Hand-Verwicklungs-Abschlag-Gruss, den ich erstaundlicherweise auch hingekriegt habe (naja, man hat ja schliesslich den Eminem-Film gesehen).

Ey brother and sister, take it easy!
alex.