Sonntag, Juli 16, 2006

Grenzerfahrungen



Wow - endlich im ersehnten Namibia. Das dachten wir zuerst...

Liebe Alex

"Afrikas herbes Paradies", "Land der Gegensaetze", "das Kleinod Afrikas" - so wird Namibia oft genannt. Im Reisefuehrer wird das Land als faszinierende Mischung aus unberuehrter Natur, Menschen vieler Kulturen und Zeugnisse deutscher Kolonialgeschichte gepriesen.

Wir geniessen es mit Andre's Eltern auf guten Pisten in einem weit entwickelten afrikanischen Land unterwegs zu sein. Vielerorts, ganz ungewohnt fuer uns, wird hier deutsch gesprochen und das nicht nur von Touristen. Dies fuehrt auf die deutsche Kolonialisierung, die aber schon 1914 nach Ausbruch des 1. Weltkrieges endete, zurueck.


Zuerst besuchen wir die Etosha Pfanne mit ihrer artenreichen Tierwelt. Mehrere Tage folgen wir den Tierspuren und verbringen Stunden bei den nachts beleuchteten Wasserloechern. Zu den unzaehligen Elefantenfotos aus Burkina Faso, Nigeria und Kamerun sind nun noch etliche dazugekommen. Fasziniert hat uns auch die grosse Anzahl an Giraffen. Endlich lassen sich auch Giraffen beim Trinken beobachten. Dabei machen diese einen ungelenk wirkenden Spagat, da es ihre nur 7 Halswirbel mit der Muskulatur nicht zulassen den Kopf ganz nach unten zu beugen. Sogar ein Loewe und eine Loewin beobachten wir nachts beim Jagen eines Springbockes. Ich bin heilfroh, ist die angepeilte Beute aufmerksam genug und steht heute nicht auf der Menuekarte der Loewen.


Ein weiteres Highlight sind die Duenen im Namib-Naukluft Park. Die Sternduenen sind bis zu 220 Meter hoch und gehoeren zu den hoechsten der Welt. Mehrmals nehmen wir den anstrengenden Weg auf die Duenen in Kauf. Vorallem abends, wenn das Licht die Duenen in allen Rottoenen ergluehen laesst, ist das Farbenspiel faszinierend und bliese der Wind uns den Sand nicht ins Gesicht, stuenden unsere Muender offen.




Abseits der Touristenpfade erobern wir mit den zwei Gelaendewagen die Offroad-Pisten. Von der Einsteigerstrecke, wir wollen Andre's Eltern nicht von Anfang an ueberfordern, bis zur Schwierigkeitsstufe 4 in der 4x4 Skala (was auch immer dies bedeuten mag...), befahren wir alles. Ueberfordert ist zu guter Letzt nur unser Buesli, es ist eben doch kein reinrassiges Gelaendefahrzeug. Die felsigen Steilhaenge verlangen unserem Auto einiges ab, uebersteht aber Dank Andre's Fahrkuensten und namibischen Helfern auch dies schadlos. (Leider gibt es von diesen Szenen keine Fotos, zu nervoes bin ich bei diesen Manoevern!)


Unser Besuch hat uns mittlerweile verlassen und ist heil in der Schweiz gelandet. Wir sehnen uns bereits wieder nach dem unterentwickelten Afrika mit den bunten Strassenmaerkten. Deshalb fahren wir in den naechsten Tagen weiter via Botswana nach Zambia und Malawi und hoffen, dass uns dort das einfachere afrikanischere Leben erwartet.

Ganz herzliche Gruesse aus dem nachts sehr kuehlen Namibia.

Claudia und Andre