Unser Buesli leidet unter Trennungsschmerz...
Wow, bei dieser Suedseeidylle werden wir richtig neidisch!
Bom dia Alex
Hat dich Rolf auch jeden Abend mit seiner Ukulele in den Schlaf gesungen?
Meine Ukulelekenntnisse halten sich noch in Grenzen. Dafuer habe ich mir ein neues Hobby zugelegt: Nichts tun! In diese "Beschaeftigung" fuehrten mich die Afrikaner - nicht die Afrikanerinnen - hoechstpersoenlich ein. ... die afrikanischen Klischees lassen gruessen! Ausserdem vertreibe ich mir hier die Zeit mit Kochen, Plaudern, Lesen und Malen. Du siehst, mir wird es nie langweilig.
Seit fast zwei Monaten sind wir nun auf der Suedhalbkugel unterwegs, haben die Aequatortaufe gefeiert und den Tropenwald durchquert. Leider gibt es in Kamerun, Gabun und den Kongos nur noch wenig primaeren Regenwald. Unentwegt wird dieser schonungslos abgeholzt. Im oelreichen und bevoelkerungsarmen Gabun haben wir auf den Strassen fast nur Holztransporter gekreuzt. Hier findet der Ausverkauf des Tropenholzes statt!
Die erwarteten und auch ein wenig erhofften Schlammschlachten auf den Strassen der Kongos blieben aus. Unsere Vorstellungen dieser Laender stimmten lediglich im Zustand der Pisten mit der Realitaet ueberein. Die Strassen waren eher sandig-trocken und auesserst ausgefahren(dieses Foto bildet eine Ausnahme). Meist fuhren wir im Schneckentempo. Dafuer bekamen wir von Land und Leuten mehr mit. In den
Doerfern wimmelte es nur von Kindern, die alle bei unserer Durchfahrt an die Piste gerannt kamen und freundlich winkten. Lustig war es zu sehen, wie sie alles liegen- und fallenliessen, nur um uns zuzuwinken. Zu keiner Zeit waren in den krisengeschuettelten Regionen Agressionen zu spueren.Angola das Land der grossen Gegensaetze. Ueber 2000 km fuehren wir in diesem bemerkenswerten Land. Nach 28 Jahren Buergerkrieg besteht Hoffnung, nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahre 2002, auf Ruhe un Stabilitaet. Nach all den von den Franzosen kolonialisierten Laendern West- und Zentralafrikas, kramten wir unsere mageren portugiesisch Kenntnisse aus dem Gedaechtnis. Nicht ganz einfach nach 8 Monaten Franzoesisch palavern.Haben wir doch diese Sprache zwischenzeitlich richtig lieb gewonnen.
Die Hauptstadt des Landes hat uns ueberrascht. Der Oelreichtum verhalf Luanda zu einer, fuer Afrika, hypermodernen Stadt. Hier sind die Oelmultis allgegenwaertig. Auf dem Lande sind die Menschen arm und profitieren nicht vom Oel. Trotzdem spuerten wir allerorts eine Aufbruchstimmung, die sich durch ihren grossen Arbeitswillen bemerkbar macht.
Landschaftlich hat uns der Sueden verzaubert. Gerne haetten wir, wenn unser Visum nicht abgelaufen waere, diese Region laenger bereist. Lediglich die Strassen haben uns nicht zugesagt. Hier gab es die schlechtesten Pisten unserer Reise, was auf Grund des jahrelangen Buergerkrieges nicht verwunderlich ist. Die Teerstrassen, wenn man die so nennen darf, bestanden mehrheitlich aus tiefen krateraehnlichen Loechern. Rechts und links der Strasse waren Minenwarnschilder angebracht. Zu Fuss waeren wir mancherorts schneller gewesen...
Nun in Namibia hat unser Buesli Trennungsschmerz. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, als das gelbe Wuestenfuechsli zum ersten Mal in Niamey (Niger) gesichtet wurde. Doch ein paar Monate spaeter trafen sie sich in Yaounde (Kamerun) wieder. Die beiden Fahrzeuge, und nicht nur diese, haben sich auf Anhieb bestens verstanden. Tolle Reisegeschichten 'schrieben' wir die letzten zwei Monate gemeinsam. Andrea und Michael, ebenfalls zwei Berner, ich fuehlte mich manchmal schon als Thurgauer "Randgrueppeler", haben uns durch Zentralafrika begleitet. Ganz sehnsuechtig schaut unser Buesli nun zurueck und kann das gelbe Wuestenfuechsli leider nicht mehr ausmachen. Ob wir sie auf unserer Reise nochmals wiedersehen?Nun liebe Alex, wuenschen wir dir und Rolf eine gute Eingewoehnungszeit in der Schweiz. Falls ihr zwischendurch an Fernweh leidet, was bestimmt vorkommen wird, nehmt eure tollen Bilder zur Hand und schweift ein wenig in die Ferne zurueck...
Liebe Gruesse
Claudia

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