Donnerstag, August 17, 2006

... und es hat sich gelohnt!

Botswana soll der Garten Eden sein, hat uns ein Suedafrikaner erzaehlt. Nachdem ich ueber diesen Ausspruch nachgedacht hatte, musste ich ihm Recht geben.

Liebe Alex

Schon einmal vorne weg - Botswana war bestimmt ein Highlight unserer Reise!

Botswana ist in etwa so gross wie Frankreich, hat jedoch nur ca. 1.5 Mio Einwohner. Das Pro-Kopf-Einkommen zaehlt, dank dem Diamantenvorkommen, zu den hoechsten in ganz Afrika. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Einkommensfaktor. Uns war schon vor unserem Besuch klar, dass wir uns den Luxustourismus in diesem Land nicht leisten koennen. Bereits in Namibia bekamen wir von Suedafrikanern viele Tips, um auf erschwinglichen Pfaden das Land zu bereisen. Die fuer uns am abenteuerlichsten klingende Route haben wir uns ausgesucht. Unser Plan war wie folgt: Zuerst den einen Arm des Okavangodeltas umrunden, dann via Savuti durch den Chobe Nationalpark nach Kasane, an die Grenze zu Zambia und Zimbabwe zu fahren. Die benoetigte Dieselmenge wurde ausgerechnet, Lebensmittelvorraete aufgestockt und genuegend Wasser gebunkert. Von anderen Reisenden hatten wir erfahren, dass in dieser Gegend herrliches Wildcampieren moeglich sei und wir freuten uns schon darauf.




Im Okavango-Delta unternahmen wir eine traumhafte Mokoro-Fahrt (Einbaum) und gingen zu Fuss auf die Pirsch. Dabei konnten wir etliche Tiere, vorallem viele Voegel beobachten. (Auch die Elefanten fehlten nicht!)



Am 2. Tag unserer Weiterfahrt Richtung Savuti erschienen die ersten Schilder der Privatcamps die besagten, dass hier eine Durchfahrt oder sogar eine "wilde" Uebernachtung hohe Bussen nach sich ziehen wuerde. Wir als rechtschaffene Schweizer nahmen natuerlich nicht diese Sandpiste, obwohl uns gerade diese waermstens empfohlen wurde. Mittlerweile waren wir uns nicht mehr ganz so sicher, ob die Entscheidung diese Route zu fahren, die Richtige war. Es bleibt zu erwaehnen, dass wir zuvor ein Safarifahrzeug gekreuzt hatten und der beim Auto zurueckgebliebene, wortkarge Fahrer keine Freude hatte uns zu sehen. Seine wenigen Saetze, die wir ihm richtig aus der Nase ziehen mussten, waren in etwa: Dies ist eine Privatstrasse, fahrt zuegig weiter bevor die Jaeger und Ranger unseres Privatcamps zurueck sind. Sie versuchen gerade einen Elefantenbullen zu schiessen. Die haben keine Freude , wenn sie euch treffen. Auch die naechsten zwei Fahrzeuge denen wir im Laufe des Tages begegneten, waren nicht sehr erfreut ueber unser Erscheinen. Wir jedoch waren immer noch bester Laune, denn wir hatten bereits hunderte Elefanten, etliche Giraffen, Bueffel und viele Tiere mehr gesehen. Als wir unplanmaessig in der Linyanti-Region ankamen, waren wir sprachlos... Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus, Flusspferde, Paviane auf einen Blick, wow! Langsam mussten wir uns mit dem Gedanken 'Nachtlager' auseinander setzen. Eins war uns klar - bei soooo vielen Tieren schlafen wir nicht im Busch! In alter Manier nahm ich den Knecht Reisekatalog zur Hand und verglich die Unterkuenfte mit dem GPS. Schnell merkten wir, das dies eine 'sau'-teure Nacht werden wird. In dieser Region gibt es nur Luxuscamps. Als wir die naechstbeste Lodge ansteuerten, trauten die Angestellten ihren Augen nicht. "Wie um Himmels willen habt ihr unser Camp gefunden?" GPS und "Traks for Africa" laesst gruessen! Anfangs waren wir keine gerngesehenen Gaeste... Auch fuer uns ist nun klar, dass diese Region exklusiv bleiben soll, und dies kann sie nicht, wenn jeder Dahergefahrene vorbeischaut. Bei sFr. 900.-- pro Person und Nacht soll es auch so bleiben... Vom Hauptbuero in Maun, das angefunkt wurde, erhielten wir eine nicht auszuschlagende Zimmerrate. Na ja, Andre's Budget hat es schon strapaziert - er hat mich naemlich eingeladen!!

Kurz darauf ging es auf den Sundowner-Game-Drive (...), nur wir zwei und unser Guide. Anschliessend spiesen wir fuerstlich und sassen mit den anderen Gaesten noch lange am Lagerfeuer. Am naechsten Morgen sassen wir schon frueh wieder im Landrover. Welche Tierszenen wir zu Gesicht bekamen, koennen die Bilder nicht zeigen (...). Wir sahen Loewenbabies zu, wie sie ueber den Fluss schwammen und andere Loewenkinder beobachteten wir beim Herumtollen. Hast du schon einmal einen Leoparden-Kanibalen gesehen? Wir schon; hoch oben auf dem Baum verspies er seine Artgenossin. Gemaess unserem ausgezeichneten Guide wurde sie von einer Loewenmutter getoetet. Nach diesen ultimativen Tiererlebnissen fuhren wir weiter Richtung Kasane. Wir koennen nur die Worte vom Knecht Katalog wiederholen: 'Wilderness Safaris entfuehrt jeden Reisenden tief in die afrikanische Wildnis. Das Duma Tau Camp ist aeusserst komfortabel, bietet Ruhe und Abgeschiedenheit und vermittelt unbeschreibliche Naehe zur Natur. Die Safariguides sind sehr gut ausgebildet und der Service laesst keine Wuensche offen.'

Noch heute schwaermen wir in hoechsten Toenen von unseren Botswana-Erlebnissen, obwohl wir auch von hier in Mozambique ueber neue spannende Stories berichten koennen. Wir waren unter anderem mit Delfinen und Walhaien schnorcheln. Dabei konnten wir auch Buckelwale beobachten, doch dies im naechsten Brief...

Liebe Gruesse
Claudia