Mittwoch, November 30, 2005

Die Stadt der Engel

Krungthep-mahanakhorn-bowornrattanakosin-mahinayutthaya-mhadilokpop-noppharatchathani-burirom-udomarchaniwet-mahasthan! Übersetzt: Stadt der Engel oder den meisten besser bekannt als Bangkok. Tja, Claudia, auch wir sind inzwischen unterwegs resp. an unserem ersten Ziel angekommen. Im Vergleich zu unserem ersten Besuch vor acht Jahren, hat sich das Verkehrschaos um einiges verringert. Dies kam uns vorallem deshalb zu Gute, da wir unseren ersten Tag hauptsächlich damit verbrachten, zwischen Hotel und Flughafen zu pendeln um "verloren gegangenes" Gepäck aufzuspühren. Abgesehen vom feinen Znacht in einer kleinen Suppenküche bot dieser Tag nicht gerade viel erfreuliches aber was spielt dies für eine Rolle... war ja nur einer von 180 Tagen ;-)

Also, da Rolf Bangkok zum ersten Mal erlebt und schon drängelnd hinter mir herum tigert, lasse ich ihn seine ersten Eindrücke schildern...



Endlich ausgetigert... hallo Claudia und Andre...
Alex hat den Platz am PC geräumt und ich kann euch über unsere ersten Erlebnisse berichten. Eigentlich gingen die schönen Erlebnisse schon vor Beginn unserer Reise los, denn der Abschied von Freunden, Geschäftskollegen und vor allem von unseren Familien war mehr als ergreifend. Während Alex das alles scheinbar sehr gut verkraftete, fiel mir der Abschied doch sehr schwer (ich werde wirklich alt...).
Und jetzt sind wir, wie oben im Text erwähnt in Bangkok angekommen (und ich habe eben über die thailändischen Einführungsworte genau so gestaunt wie ihr...).


Diese Stadt ist wirklich spannend. So waren es tausend Eindrücke, die uns heute um die Ohren flogen. Die Eindrücke der Fahrt auf den Klongs die ich mit "Das Leben am Fluss" bezeichnen möchte, die wunderschöne Tempelanlage Wat Po mit dem riesigen liegenden Buddha.


er war wirklich müde und auch meine eindrücklichsten Versuche ihm mit einem echten Schweizer Jodel zu wecken schlugen fehl...



Tempelwächter (zum Schutz gegen jodelnde Schweizer)





Den danach erkundeten riesigen Markt war ein Genuss für alle Sinne. Die intensiven Gerüche der Gewürze und die Farbenpracht dieses Allerlei's, welcher hier an den Mann/ die Frau gebracht wird, ist wundervoll (um ehrlich zu sein wusste ich nicht bei allem Gesehenen ob es etwas Essbares oder nur etwas zur Zierde war. Ich hoffe vieles war nur zur Zierde...). Nachdem wir dann nicht nur auf dem Bank-hok-ten (habt ihr das Wortspiel erkannt?) sondern zu Fuss unseren Weg zurück ins Hotel suchten machte sich das vorherige Gebet im Tempel bezahlt und ...

ein "erfahrener Tuk-Tuk-Fahrer" erschien uns...





Spontan wollten wir auch dieses Spektakel nicht versäumen und schon wurde der doch sehr chaotische Verkehr in Bangkok durch uns aufgemischt. Nur unser Fahrer hatte noch mehr Spass als ich und auch Alex konnte sich zwischen den "Augen-Zu"-Situationen ein verklemmtes Lächeln nicht verklemmen.

Die darauf folgende Abkühlung im Hotel Pool war dann nötig um die schönen Erlebnisse zu ordnen und da wir momentan im Hotel die Möglichkeit haben auf das Internet zuzugreifen, könnt ihr gleich mitlesen... Alex und ich freuen uns schon jetzt auf alles was vor uns liegt und euch zweien wünschen wir, dass nichts Unüberwindbares vor euch und eurem Mitsubishi-Bus liegt.
Haltet die Ohren steif und geniesst jeden Moment eurer Zeit.

Montag, November 14, 2005

Auf afrikanischem Boden angekommen!

Liebe Alex

Bereits sind mehr als drei Wochen seit unserem letzten gemeinsamen Gin Tonic vergangen und Andre und ich Richtung Afrika aufgebrochen sind. Schon einiges haben wir von der Schweiz bis Marokko erlebt. Viele freundliche Menschen getroffen, nette Bekanntschaften gemacht und schoene Landschaften gesehen. Aber am Besten nun alles der Reihe nach:

Nach der unspektakulaeren kilometerfressenden Fahrt durch Frankreich und Spanien erreichen wir am vierten Tag die Costa del Sol. Dort, in Torrox, treffen wir einen Handballfreund von Andre mit dessen Freundin. In der wunderschoenen Finca "Las Mariposas" duerfen wir einige erholsame Tage in netter Gesellschaft verbringen.

Die 7-stuendige Ueberfahrt von Malaga nach Melilla verlaeuft ohne nennenswerte Ereignisse. Auch die Einreise nach Marokko ist entgegen allen Erwartungen eine kurze Angelegenheit.

Nun sind wir in Afrika angekommen und unserem grossen Ziel schon wieder einen Schritt naeher. Der Unterschied zu Europa ist unuebersehbar. Ueberall sind Bauern mit Eseln oder Pferden unterwegs, und auch die Frauen benuetzen diese um an den Brunnen Wasser zu holen. Die Kinder winken freundlich vom Strassenrand und da und dort rufen sie nach Stylo oder Bonbon.


In Fes nimmt uns ein Marokkaner per Anhalter vom Camping in die Stadt mit und hilft uns freundlich alle Besorgungen zu erledigen. Zuerst sind wir ein wenig skeptisch, merken aber schnell, dass er es wirklich nur gut meint und ein "lieber" Kerl ist. Zu guter Letzt laedt er uns gemeinsam mit unseren Schweizer-Campingbekannten zum Abendessen ein. Wir nehmen die Einladung gerne an und fahren nach Sonnenuntergang, da noch Ramadan ist, bei ihm vor. Zuerst serviert er haufenweise suesses Gebaeck. Zum Hauptgang gibt es eine koestliche Suppe, Harira, dazu Datteln. Zum Abschluss himmlische Kekse, die wir unmoeglich alle essen koennen. Die Kinder und die Ehefrau essen in der Kueche und duerfen sich erst nach dem Essen, nach einer herzlichen Begruessung mit Kuesschen, zu uns setzen. Eine kurzweilige Diskussion ueber die Weltreligionen entfacht und wir sind froh, eine so nette Bekanntschaft gemacht zu haben. Danach laedt uns Nagip, so sein Name, ein, mit ihnen zu einem Fototermin zu gehen. Waehrend des Ramadan duerfen die Kinder sich sehr gut gekleidet und geschminkt auf einem Thron fotografieren lassen. Hierfuer gibt es an den Strassen eigene Fotostudios. Die Kinder werden wie Prinzen und Prinzessinnen herausgeputzt und stolzieren dementsprechend umher. Zusaetzlich werden die Kinder mehrere Minuten lang auf Saenften getragen und dazu spielt ein mehrkoepfiges Orchester. Viele Menschen sind auf den Strassen, plaudern und klatschen.
Ein imposantes Schauspiel!


Nach Fes und Meknes haben wir fuer den Moment genug von den Koenigsstaedten und fahren suedlich in die Wueste nach Erg Chebbi.Die Sandduenen dort sind wunderschoen, und wir lassen uns fuer eine Dromedartour zu einer Oase ueberreden. Ein wunderschoener Trip, aber das Dromedar ist nicht das geeignete Reittier und wird eigentlich auch nur fuer Lasten und Touristen eingesetzt.

Von Erg Chebbi fuehrt eine ca. 200 km lange Piste entlang der algerischen Grenze nach Zagora, welche wir eigentlich gerne fahren wuerden. Jedoch raten alle davon ab diese alleine zu befahren und ein Fuehrer wuerde um die EUR 150.-- kosten. Dies ist uns viel zu teuer! Auf halber Distanz nach Zagora gibt es eine weitere Piste. Fuer diese entscheiden wir uns und erleben einen staubigen, schuettelreichen und interessanten Tag. Fahrer, Kartenleser und "Buessli" haben den Test mit Bravour bestanden und warten auf neue Herausforderungen.

Auch den ersten Diebstahl haben wir zu verzeichnen!! Der halbe Tennisball der die Anhaengerkupplung schuetzt, ist uns abhanden gekommen...
Wahrscheinlich haben Kinder sich diesen bei der Durchfahrt eines Dorfes geschnappt. Ob dies wohl der einzige Verlust bleibt?

Wir freuen uns auf die Weiterreise via Marrakech ans Meer und wuenschen dir und Rolf noch eine stressfreie Reisevorbereitung!

Herzliche Gruesse
Claudia